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«Klimapolitik als Chance für Frauen, aufzustehen»

Frauenstreik und Klimastreik: Geht das zusammen? Die Gedanken dazu von KlimaSeniorin Rosmarie Wydler-Wälti und von der Klimastreikenden Romaine Baud, beide Mitglied im Initiativkomitee der Gletscher-Initiative.

ROSMARIE WYDLER-WÄLTI

Was hat dich bewogen im Initiativkomitee der Gletscher-Initiative mitzuwirken?

Als aktive Klimaseniorin war ich von Anfang an begeistert von der Gletscher-Initiative weil wir nebst unserer Klage gegen den Bund nun auch unsere Volksrechte durch die Initiative in Anspruch nehmen können um für den Klimaschutz zu kämpfen. Unser Verein unterstützt die Initiative mit viel Tatkraft und auch finanziell. Zum Zeitpunkt als die Klimaseniorinnen für einen Sitz im Initiativkomitee angefragt wurden, waren die Männer im Komitee klar übervertreten. Ich dachte mir, da braucht es unbedingt noch weibliche Unterstützung. Und als Baslerin war ich gleich noch repräsentativ für die Region Nordwestschweiz.

Engagierst du dich für den Frauenstreik?

Ich gehe sicher hin und habe auch schon den Spruch für mein Plakat: «Klimaschutz bedingt Wandel patriarchaler Strukturen». Ich bin eine Ökofeministin und ganz klar der Überzeugung, dass die Umwelt heute in einem besseren Zustand wäre, wenn Frauen schon früher mehr Einfluss gehabt hätten. Wir haben durch die Möglichkeit, Leben weiterzugeben, wohl eine grössere Nähe und eine tiefere Verbundenheit mit der Natur und tragen der Umwelt auch besser Sorge.
Auch die «Helvetia ruft» Kampagne hat mich inspiriert. Ich habe gemeinsam mit einigen engagierten BaslerInnen eine Nationalrats-Liste für unsere Partei Integrale Politik zusammengestellt. Obwohl unsere Chancen gewählt zu werden gering sind, das Engagement ist wichtig. Unsere Gesellschaft braucht dringend einen Wandel!

Warum findest du es wichtig politisch aktiv zu sein? Was hat dazu geführt, dass du politisch aktiv bist?

Angefangen hat mein politischer Aktivismus bei der Aktion gegen das AKW-Kaiseraugst und seither liess mich das Thema Umwelt nicht mehr los. Sei es in der Kirche in der Frauengruppe oder als Freiwillige bei Public Eye und in Oekogruppen, ich habe mich immer wieder für das Wohl unserer Umwelt und Gemeinschaft eingesetzt.
Was mich wohl am stärksten geprägt hat, war der Grossbrand 1986 in der Schweizerhalle bei Basel. Ich hatte vier Kinder zuhause und die Polizei rief dazu auf, die Fenster zu schliessen, die Luft sei vergiftet. Ich hatte Angst um meine Familie und wusste nicht, ob Basel noch sicher für uns ist.

Fühlst du dich als Frau in unserer Gesellschaft ernst genommen?

Ja, heute schon. In den letzten 30 Jahren hat sich sehr viel verändert. Die Achtung und Wertschätzung der Frau in der Gesellschaft ist stark gewachsen.
Ich habe mit meinen Töchtern den Film «Die Göttliche Ordnung» angesehen und musste ihnen erklären, dass diese frauendiskriminierende Gesellschaft damals auch für mich Realität war, obwohl mein Mann mir niemals verboten hätte zu arbeiten.
Teilzeitjobs waren jedoch kaum möglich und entsprechend war es schwierig, als Mutter auch berufstätig zu sein. Jedoch sind wir trotz des Fortschritts noch lange nicht am Ziel. Es ist doch so, dass die Care-Arbeit auch heute noch gratis oder mehrheitlich schlecht bezahlt von Frauen geleistet wird. Und schlimm finde ich, dass Frauen in der Berufswelt immer noch nicht gleiche Chancen haben. Dringend nötig wäre ein ebenbürtiger Vaterschaftsurlaub, dann fiele die Benachteiligung der Frauen bei einer Bewerbung und beim Wiedereinstieg weg.

Wie wichtig ist die Klimapolitik für Frauen? Wie schätzt du das ein?

Wir haben dieses Jahr eine Frauenwahl und eine Klimawahl und die beiden Themen unterstützen sich gegenseitig. Wie gesagt, gehe ich davon aus, dass Frauen eine höhere Affinität zur Klimathematik haben und sich deswegen auch stärker dafür engagieren und sich entsprechend in der Politik positionieren. Darum betrachte ich die Klimapolitik klar als Chance für die Frauen, aufzustehen und Einfluss zu nehmen.

ROMAINE BAUD

Qu'est-ce qui t’as motivé à participer au comité d'initiative de l’Initiative pour les glaciers ?

J’ai toujours voulu m’engager politiquement pour le climat, mais l’occasion ne s’était jamais présentée auparavant. De plus, je n’ai pas envie pour l’instant d’intégrer un parti. Cette initiative était alors pour moi une opportunité de défendre une action démocratique en faveur du climat.

Est-ce que tu t’engages en faveur de la Grève des femmes?

Je vais y participer, mais je ne suis pas active dans l’organisation.

Pourquoi trouves-tu que c'est important d'être politiquement active ? Qu'est-ce qui t’as amené à être politiquement active ?

Pour moi, il y a beaucoup de barrières systémiques qui empêchent une transition écologique. Mais ce n’est pas en se distançant des institutions qu’on pourra faire changer les choses. Il faut apprendre à comprendre le système pour pouvoir l’améliorer. Je pense également que les femmes ont un rôle important à jouer en politique, elle élargissent le débat et soulèvent souvent des questions différentes de leurs homologues masculins.

On a constaté cette année un tournant au Conseil fédéral, avec l’élection de Viola Amherd et Karin Keller-Sutter dans des départements dits « masculins ». Je trouve cela très encourageant et j’espère que continuera dans ce sens, notamment au élections fédérales cet automne !

En tant que femme, tu te sens prise au sérieux dans notre société ?

Oui, mais il faut faire sa place soi-même. Je pense que ma génération vit déjà un changement mais la lutte doit continuer pour nous aussi.

Les femmes accordent-elles une grande importance à la politique climatique ? Qu'en penses-tu ?

Je pense que c’est vrai. Je l’ai remarqué au comité fribourgeois de la grève du climat, qui n’aurait aucune chance de fonctionner sans les jeunes femmes qui se bougent pour faire avancer la machine. Il est intéressant de relever que le mouvement de grève pour le climat étant horizontal, il n’y a pas ou presque aucune renommée à retirer de la prise de responsabilités, ce qui explique, à mon avis, que beaucoup de femmes soient « à sa tête ». Cela montre que les femmes sont souvent plus engagées pour la cause que pour la notoriété personnelle.